In der rumänischen Provinz-KLeinstadt Vaslui fristet Geschichtslehrer Tiberiu Manescu ein trostloses Leben: Er ist hoch verschuldet und zum Ärger seiner Frau verprasst er seinen Lohn regelmäßig in seiner Stammkneipe. Eines Tages wird er zusammen mit dem befreundeten Rentner Emanoil Piscoc zu einer Podiumsdiskussion des TV-Kanals Virgil Jderescu zu einer Live-Podiumsdiskussion eingeladen. Zum 16. Jahrestag der Rumänischen Revolution am 22. Dezember 2005 soll darüber diskutiert werden, ob im kleinen Vaslui die Menschen vor den großen Demos in Bukarest auf die Straße gegangen sind, um ihren Unmut über die herrschenden politischen Verhältnisse zu artikulieren. Doch das ist gar nicht so einfach zu klären, denn neben den unterschiedlichen Standpunkten kämpfen die Teilnehmer nicht nur mit der eigenen Nervosität, sondern alles mit der Technik ...

Eine köstliche, auf Festivals gefeierte Farce von Corneliu Porumboiu um fehlende Vergangenheitsbewältigung, in der ein kleines Nest stellvertretend für die ganze rumänische Nation steht. Wie ähnlich gelagerte Filme, die sich kritisch mit der jüngsten rumänischen Vergangenheit beschäftigen - man denke nur an Cristian Mungius Drama "Vier Monate, drei Wochen und zwei Tage", das die Goldene Palme von Cannes gewann, oder Cristi Puius tiefschwarzes Gesellschaftsdrama "Der Tod des Herrn Lazarescu" - thematisiert Porumboiu die drängenden politischen, gesellschaftlichen und spzialen Fragen in einem abgesteckten Mikrokosmos. "12:08 Uhr Jenseits von Bukarest" wurde 2006 bei den Filmfestspielen von Cannes mit der Caméra d'Or für den besten Debütfilm ausgezeichnet.

Foto: ZDF/42km Film/The Coproduction Office/George Dascalescu