U-Bahn-Zugführer Lionel lebt seit Jahren zusammen mit seiner Tochter Joséphine in der Pariser Vorstadt. Inzwischen ist diese erwachsen geworden, doch Joséphine scheint für ein selbstbestimmtes Leben noch nicht gewappnet. Sie will noch nicht ausziehen, obwohl ihr Vater weiß, dass sich ihr gemeinsamer Lebensweg dem Ende nähert. Doch zunächst sind die beiden weiter den Bemühungen ihrer Nachbarin, der Taxifahrerin Gabrielle, ausgesetzt, die sich so gern mit Lionel und seiner Tochter anfreunden würde ...

Die französische Filmemacherin Claire Denis, die in der Vergangenheit bereits mit Dramen wie "Nénette und Boni" oder "Der Fremdenlegionär" überzeugte, schildert hier warmherzig den Alltag einer Gruppe von Menschen in der Pariser Vorstadt. Anders als ihre Vorgänger Mehdi Charef ("Tee im Harem des Archimedes") oder Mathieu Kassovitz ("Hass"), die das Leben in den Trabantenstädten der französischen Metropole als Immigranten-Enklaven zeichneten, in denen Kriminalität, Armut, Arbeitslosigkeit und Drogen das Bild bestimmten, setzt Denis hier auf die Darstellung des ganz normalen Lebens zwischen Arbeitsalltag und guter Nachbarschaft. Das ist von Denis' langjähriger Kamerafrau Agnès Godard in eindrucksvollen Bildern eingefangen, aus dem gut aufgelegten Darsteller-Ensemble ragt Alex Descas heraus, der den Gedankengänge des allein erziehenden Vaters mit seinem minimalistischen Minenspiel Ausdruck verleiht.

Foto: RealFiction