Es ist schon ein Kreuz in einer Wohngemeinschaft zu leben. Davon weiß Viago ein Lied zu singen - und das seit 300 Jahren! Denn Viago ist wie seine Mitbewohner Vladislav, Petyr und Deacon ein Vampir. Übrigens der einzige im Haushalt, der immer wieder auf die Putzpläne pocht - allerdings vergeblich.

So türmen sich seit Jahrhunderten die Spülberge in der Küche, die Blutflecken im gesamten Haus, die Knochen im Keller usw. Kein Wunder also, dass zwischen den WG-Kumpel auch mal böses Blut fließt. Ansonsten aber haben sich die Blutsauger in Neuseelands Wellington perfekt eingerichtet.

Doch das Dasein als Untoter hat durchaus weitere Tücken. So leidet Petyr, mit 8000 Jahren der älteste unter ihnen, eindeutig an Senilitätsproblemen. Als dann auch noch der junge Nick zum Vampir gebissen wird, haben die Mannen einen Bewohner mehr. Außerdem gibt's immer Ärger mit den lästigen, weil rüpelhaften Werwölfen und schließlich auch mit dem Kamerateam, das die Sauger bei ihren (un-)Taten stets begleitet...

Es zündet nicht jeder Gag

Im Stile einer so genannten "Mockumentary", einer Mischung aus Spielfilm und gefälschter Dokumentation, macht sich hier das neuseeländische Regie- und landesbekannte Komiker-Gespann Jemaine Clement und Taika Waititi genüsslich über das Horrorgenre und besonders den Vampirfilm (von "Nosferatu - Symphonie des Grauens" über "Dracula" bis hin zu den "Bis(s)"-Werken) lustig.

Dabei zündet allerdings nicht jeder Gag bzw. geht oft im übertriebenen Blutrausch unter. Vampir Viago führt das (fiktive) Kamerateam durch das WG-Leben wie ein etwas zu geschwätziger Conferencier. Das viele Gerede verdirbt auf Dauer den blutigen Brei. Denn wer auf leise Zwischentöne voller Ironie steht, ist bei diesem lärmigen Spaß zweifelsfrei fehl am Platze. Doch wer Horrorfilme und absurde Morbidität mag, wird hier auf seine Kosten kommen.