Die großen Zeiten des Fußballvereins Eintracht Braunschweig sind längst vorbei, die letzte Deutsche Meisterschaft holte der Klub 1966/67. "66/67" ist auch das Markenzeichen der eingeschworenen Fangruppe um Anführer Florian. Er und seine Fußball- und Krawallkumpel Otto, Henning, Christian, Tamer und Mischa tragen ihr "66/67"-Branding auf vor Stolz geschwellter Brust. Seit Jahren dauert nun schon ihre Freundschaft, doch je älter sie werden, desto deutlicher werden auch ihre Schwierigkeiten im Leben abseits von Fußball und brutalen Schlägereien ...

Das Regieduo Carsten Ludwig und Jan-Christoph Glaser zeigt hier eine Gruppe von alternden Hooligans, die in erster Linie auf gewalttätige Auseinandersetzungen aus sind - und weniger auf Fußball. Nach eigenem Drehbuch inszeniert, lässt die Figurenzeichnung deutlich zu wünschen übrig, zu klischeehaft und oberflächlich wird hier eine Gruppe mit ihren verschiedenen Charakteren und ihrem jeweiligen Lebenshintergrund gezeichnet. Außerdem fragt man sich, ob derartige Gewaltdarstellungen in ihrer immer wiederkehrenden Monotonie nötig sind, um die Hintergründe für das Handeln der Protagonisten, die sich letztlich vor dem "wahren Leben" fürchten, deutlich zu machen. Da können auch die darstellerischen Einzelleistungen, die recht glaubhaft daherkommen - wobei Fabian Hinrichs als Rudelführer überzogen und damit wenig glaubwürdig spielt - nicht viel retten.



Foto: farbfilm (Barnsteiner)