Sunny, Toni, Krümel, JJ, Stöpsel, Soja und Za haben auf der Straße gelebt - zum Teil bis heute. Wie mindestens 9000 geschätzte andere junge Menschen in Deutschland. Meist haben sie ihr Elternhaus schon im Alter von 11, 12 oder 13 Jahren verlassen, um sich ihren eigenen Traum von Leben zu erfüllen. Nicht immer klappt das so wie geplant ...

Nach ihren Dramen "In den Tag hinein" und "Madonnen" beschäftigt sich die aus dem bayerischen Titting stammende Regisseurin Maria Speth in ihrem Dokumentarfilm mit einer Gruppe junger Menschen, die lange Zeit auf der Straße lebten - zum Teil bis heute. Allerdings beobachtet sie ihre Protagonisten nicht wie ein Vouyeur in ihrem Milieu, sondern befragt sie in einem leeren, weißen Raum, in dem diese offen über ihre intimsten Erlebnisse, Ängste und Perspektiven sprechen. Kameramann Reinhold Vorschneider hat diese Interviews in Schwarzweiß-Bildern eingefangen, die sich den jungen Menschen mal nähern, sich dann aber auch wieder entfernen. So entstehen - losgelöst von Zeit und Raum - intensive Einzelporträts, die zeigen, dass die Befragten zwar oft wegen ähnlicher Probleme auf der Straße landeten, diese Erfahrungen sie jedoch mitunter zu starken Persönlichkeiten haben reifen lassen. Allerdings fragt man sich, wer sich "9 Leben", eine Koproduktion mit dem ZDF, im Kino anschauen wird?



Foto: Peripher