Vom 15. September 1947 bis zum 10. April 1948 mussten sich im sogenannten Einsatzgruppen-Prozess 24 ehemalige SS-Führer vor einem amerikanischen Militärgericht in Nürnberg verantworten. Chefankläger war damals der in Rumänien geborene Benjamin Ferencz. Gerade einmal 27 Jahre alt, war dies für den schmächtigen US-Juristen der Startschuss für ein beeindruckendes Leben im Dienst der Gerechtigkeit.

Gleiches Recht für alle


Unter dem Eindruck der Nürnberger Prozesse und des Vietnamkriegs setzte sich Ferencz schließlich für die Schaffung eines internationalen Strafgerichtshof ein. In einem von ihm 1975 veröffentlichten Buch verschaffte er dieser Forderung erstmals öffentlich Geltung. Es dauerte allerdings noch bis 2002, bis eine entsprechende Institution, die auf einer Kooperation mit den Vereinten Nationen beruht, in Den Haag eingerichtet wurde. Die USA unterwerfen sich diesem Gericht übrigens bis heute nicht - eine Tatsache, die Ferencz missfällt.

Beeindruckendes Porträt

Die Filmemacherin Ullabritt Horn setzte dem Juristen nun ein würdiges Denkmal. Berührende Momente mit dem noch immer unglaublich vitalen Ferencz - zum Zeitpunkt des Drehs war er 94 - wechseln sich mit solchen ab, in denen man erkennt, wie sehr er weiterhin für sein Ideal brennt: eine Welt ohne Krieg, in der jedes Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht gebracht wird. Seinen Kinostart erlebt der Dokumentarfilm an einem historischen Datum - am 12. November jähren sich die Nürnberger Prozesse zum 70. Mal.

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