1993, im Osten Berlins: In der Stille seiner Hinterhofwohnung gibt sich Heiner, Mitte fünfzig, Wissenschaftler im Vorruhestand, ganz seiner gespenstisch ritualisierten Trauer um seine Frau hin. Erst als ein junger, von der Presse verfolgter Stasi-Major bei ihm Zuflucht sucht, kommt Bewegung in Heiners Leben. Zunächst gewährt er dem Fremden nur aus Mitleid Quartier. Doch nach und nach bricht der Stasi-Mann gnadenlos in seinen Alltag und in sorgsam gehütete Erinnerungen ein. Woher hat dieser Fremde all seine intimen Informationen, die Heiner doch eigentlich nur Agnes, seiner über alles geliebten Frau anvertraut hatte?

Der Schauspieler und Regisseur Michael Gwisdek wurde vor allem durch Filme von Hark Bohm, Bernhard Wicki und Roland Gräf bekannt. Auf der Berlinale 1998 sorgte seine dritte Regiearbeit "Das Mambospiel" (1997) für Aufsehen und Kontroversen. "Abschied von Agnes" war sein zweiter Spielfilm - er zeichnete gleichzeitig für Regie, Buch und die Hauptrolle verantwortlich.