General Sikorski, Oberkommandierender und Premierminister der polnischen Exilregierung in London, ist in Begleitung seiner Tochter Zofia und einer Gruppe engster Mitarbeiter zu Gast im Palast des britischen Gouverneurs von Gibraltar, Mason Macfarlane. Der soll Sikorski überreden, Dokumente zurückzugeben, die den Mord an polnischen Offizieren in Katyn belegen. Als Sikorski dies endgültig ablehnt, kommt unter dem Decknamen "The Wall" eine bereits Monate geplante Aktion ins Rollen, mit dem Ziel, den General bei einem Attentat zu töten ...

Die polnische Regisseurin Anna Jadowska inszenierte ihr Geschichtsdrama nach den Recherchen des polnischen Journalisten und Historikers Dariusz Baliszewski, der die These vertritt, dass General Sikorski, dessen Flugzeug am 4. Juli 1943 ins Meer stürzte, umgebracht wurde. Diesen in der Forschung nicht unumstrittenen Ansatz vertrat bereits der Holocaust-Leugner David Irving in seinem Buch "Accident — The Death of General Sikorski" und auch Rolf Hochhuth sympathisierte mit dieser Einschätzung. Kein Wunder also, dass die etwas verwirrende Regiearbeit Jadowskas recht einseitig ausfällt, zumal sie ihr ganzes Werk auf die bis heute nicht zu beweisende Verschwörungstheorie aufbaut. Auch eine Exhumierung der Leiche Sikorskis brachte 2008 kein neues Licht ins Dunkel, so dass eine Lösung des Rätsels weiterhin nicht in Sicht ist.

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