Im April 2004 wurde in Berlin ein spektakulärer Fall von Drogenschmuggel verhandelt. Angeklagt war der in Hamburg geborene Schausteller Norbert Witte, der über 180 Kilogramm Kokain in einem Karussell von Peru nach Deutschland schmuggeln wollte, um seine Heimreise zu finanzieren. Sein Pech, dass seine Drogenkompagnons in Peru Undercover-Agenten der Polizei waren. Seinerzeit war Witte in Deutschland bereits bekannt wie ein bunter Hund, denn nachdem er mit dem Berliner Rummelplatz "Spreepark" 2001 pleite gegangen war, hatte er sich samt Familie in das südamerikanische Land abgesetzt - und 11 Millionen Euro Schulden hinterlassen.

Dokumentarfilmer Peter Dörfler erzählt in seiner Regiearbeit die beinahe unglaubliche Geschichte des Norbert Witte, Enkel des berühmten Jahrmarktkünstlers und Hochstaplers Otto Witte. Wie eine Achterbahnfahrt mutet Wittes Leben tatsächlich an, denn schon vor seiner Verurteilung wegen Kokainschmuggels - er erhielt sieben Jahre Haft und wurde im Mai 2008 vorzeitig entlassen - war Witte mit dem Gesetz in Konflikt gekommen, als 1981 bei einem von ihm verschuldeten Unfall des Karussells "Skylab" sieben Menschen getötet und 15 Personen zum Teil schwer verletzt wurden. Seinerzeit wurde Witte zu einem Jahr Gefängnis auf Bewährung verurteilt. Nicht so viel Glück hatte allerdings sein Sohn Marcel, dem die Drogengeschichte des Vaters, mit der er eigentlich nichts zu tun hatte, 20 Jahre Haft in Peru einbrachte. Nun bemüht sich die Mutter um eine vorzeitige, wenn auch unwahrscheinliche Freilassung.

Foto: Rohfilm (Filmagentinnen)