Peru im Jahr 1560: Ein endloser Zug spanischer Conquistadores mit indianischen Hilfstruppen zieht vom Hochland der Anden in den Dschungel der Ebene hinunter - auf der Suche nach El Dorado, der sagenhaften Goldstadt der Inkas, und neuen Nahrungsquellen. Im undurchdringlichen Urwald kommt die Expedition ins Stocken. Ein Vortrupp unter Führung des fanatischen Edelmanns Lope de Aguirre wird mit einem Floss vorausgeschickt, um das Gelände zu erkunden. Doch anstatt nach einer Woche wie befohlen ins Basislager zurückzukehren, stachelt Aguirre die Männer zur Rebellion an. Sie wollen auf eigene Faust El Dorado finden...

Mit "Aguirre, der Zorn Gottes" begann 1972 eine der denkwürdigsten Zusammenarbeiten der Kinogeschichte. Der seinerzeit 30-jährige Regisseur Werner Herzog, als Besessener seines Metiers bekannt, und der 46-jährige Schauspieler Klaus Kinski, der Wahnsinnige des deutschen Films, der auch den kleinsten Edgar-Wallace-Auftritten Dämonie verlieh, trafen sich - oder besser gesagt - prallten aufeinander. Originalton von den Dreharbeiten: Kinski: "Sie sind ein Anfänger, ein Zwergenregisseur sind Sie, aber nicht ein Regisseur für mich." Herzog: "Jetzt beleidigen Sie mich besser nicht!" Kinski: "Beleidigen! Beleidigen! Sie können mich nicht mehr beleidigen, als dass Sie mir Regieanweisungen geben. Allein das ist ja eine Beleidigung". Auch der blasierteste Kinogänger wird Klaus Kinski als Aguirre wahrhaft erstaunlich finden. In einer Leistung, die oft mit Oliviers Richard III. verglichen wird, bietet Kinski die aufregendste Leinwandpräsenz seiner Zeit. Der Stoff geht auf eine historische Chronik zurück und wurde an Originalschauplätzen verfilmt.





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