Ai Weiwei, der weltweit bekannteste Künstler Chinas, hat stets den Kampf für die Menschenrechte einem privilegierten Leben vorgezogen - eine Haltung, die Konsequenzen hat, wenn man in China lebt. Am 3. April 2011 wird er völlig überraschend von den Pekinger Behörden entführt und 81 Tage lang an einem unbekannten Ort in Isolationshaft gehalten. Kontakt zur Außenwelt wird ihm ebenso verweigert wie zu einem Anwalt. Nach seiner Freilassung steht er ein Jahr lang unter Hausarrest, unter ständiger Beobachtung, jede einzelne Bewegung wird durch staatliche überwachungskameras kontrolliert. Soll er sein Leben weiterhin für die chinesische Bevölkerung riskieren oder lieber den Mund halten?

Nach Alison Klaymans Dokumentarfilm "Ai Weiwei: Never Sorry" (2012), ein gelungenes Porträt des chinesischen Ausnahme-Künstlers, hat nun der Filmemacher Andreas Johnsen den weltbekannten Ai Weiwei nach seiner Haftentlassung mit der Kamera begleitet. Johnsen zeigt, wie der tief erschütterte Weiwei von den Behörden überwacht, in seiner Bewegungsfähigkeit eingeschränkt und angeklagt wurde. Als Antwort auf die gerichtliche Rückzahlungsforderung schickten ihm einfache chinesische Bürger schließlich spontan Geld, mit persönlichen Mitteilungen, in denen sie ihn auffordern nicht aufzugeben. Ai Weiwei fühlt sich in seinem Glauben bestärkt, dass gesellschaftliche Veränderungen in China kommen. So ist "Ai Weiwei - The Fake Case" nicht nur das Porträt eine Künstlers mit allen seinen Unsicherheiten und seiner persönlichen Verzweiflung, sondern auch das Porträt eines Landes, das seine Bürger immer noch beschattet und unterdrückt.



Foto: mindjazz