Irland, 19. Jahrhundert: Eine alleinstehende Frau hat kaum Chancen, einem Leben in Armut und Einsamkeit zu entgehen. So darf niemand wissen, dass sich hinter der Fassade des Butlers Albert Nobbs eigentlich eine Frau verbirgt. Seit Jahren trägt sie Männerkleider, gibt sich schüchtern und distanziert. Als sie dann aber für eine Nacht ihr Bett mit dem Maler Hubert Page teilen muss, ist die Angst groß. Doch es stellt sich heraus, dass Hubert ebenfalls eine Frau ist, die sich als Mann ausgibt. Dadurch zum Neuanfang ermutigt würde Albert gerne mit dem jungen Dienstmädchen Helen leben. Doch die zeigt keinerlei Interesse ...

Nachdem Glenn Close 1982 schon einmal die Rolle des Albert Nobbs am Theater gespielt hat, war es wohl ein Herzenswunsch, diesen auch im Film zu verkörpern. Denn über die Jahre gab es mehrere Versuche, bis nun offensichtlich funktioniert hat. Der gebürtige Kolumbianer Rodrigo García hat sich der Kurzgeschichte des irischen Schriftstellers George Moore angenommen und diese mit tollen Bildern und starken Darstellerleistungen adaptiert. Doch trotz der dezenten, fast schon zurückhaltenden Inszenierung kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Garcia sich voll und Ganz auf Glenn Close konzentriert und dabei Finessen der gesellschaftskritischen Geschichte glatt vergessen hat. Glenn Close brachte ihr Spiel einmal mehr eine Oscar-Nominierung ein.



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