Er war der bekannteste Naturforscher des 19. Jahrhunderts. Schon im Alter von 19 Jahren bereiste der Thüringer Pastorensohn Alfred Brehm (1829-1884) Afrika und notierte akribisch seine Tierbeobachtungen. Sein zehnbändiges Werk "Brehms Tierleben" mit poetisch-liebevollen Beschreibungen der Tierwelt stand in jedem bürgerlichen Haushalt und gehört auch heute noch zur Standardausrüstung jeder Bibliothek. Alfred Brehm hat die Wildnis in die europäischen Wohnstuben gebracht. Doch sein Leben war gezeichnet von schweren Schicksalsschlägen und Anfeindungen vonseiten der Kirche, der Wissenschaft und der Gesellschaft. Obwohl "Brehms Tierleben" in alle Weltsprachen übersetzt wurde und zu den meist verkauften Büchern überhaupt zählt, verstarb Alfred Brehm 1884 mit 55 Jahren verarmt und mit gebrochenem Herzen. Wer war dieser Alfred Brehm? Wie hat er unsere Sichtweise auf Tiere verändert? War er ein fortschrittlicher Naturwissenschaftler, der die moderne Verhaltenspsychologie vorwegnahm, oder war er nur ein populärer Reiseschriftsteller mit genialer Fabulierkunst? Denn Illustrationen und spannende Dramaturgie waren ihm mindestens so wichtig wie seine wissenschaftlichen Erkenntnisse. Seine tierischen Helden zeigen Gefühle und Charaktereigenschaften. Das macht Brehms Schilderungen bis heute umstritten. Das Doku-Drama begleitet Alfred Brehm auf seiner fünfjährigen Forschungsreise durch Afrika in den Jahren 1847 bis 1852 und bei seiner Arbeit als Zoodirektor in Hamburg. Es zeigt seine Auseinandersetzungen mit der traditionellen christlich geprägten Wissenschaft und schlägt den Bogen von seiner Kindheit bis zu seinem Tod im thüringischen Renthendorf.