Alles Fassade. Hinter der oberflächlichen Idylle eines kleinen Dorfes brodelt es. Tag für Tag betrinken sich die Dorf-Rambos Rick, Lutz und Andi in der Dorfkneipe "Paloma", klopfen blöde Sprüche und zwingen jedes greifbare Mädchen gewaltsam zum Sex. Folgen haben die täglichen Vergewaltigungen keine. Man kennt sich ja im Dorf! Doch dann wird ein fremdes Mädchen tot aufgefunden. Die Spur führt ins "Paloma". Und erst viele Jahre später beginnt die Mauer des Schweigens langsam einzustürzen ...

Kleinstadt-Mief, Klüngelei und ein Ehrenkodex, der nichts Ehrenvolles an sich hat. Das sind die Voraussetzungen für ein Krimidrama, das auf einer wahren Geschichte beruht. Regisseur Norbert Kückelmann, der als ehemaliger Rechtsanwalt unzählige Kriminalfälle und deren Hintergründe kennt, drehte einen spannenden und extrem bedrückenden Provinz-Krimi, der nur allzuoft auch in der Realität passiert. Dass "Alle haben geschwiegen" kein Einzelerfolg des Münchners Kückelmann war, beweisen seine Auszeichnungen: Für "Die Sachverständigen" (1973) gab's das Filmband in Gold, für "Die letzten Jahre der Kindheit" (1980) das Filmband in Silber, für "Abgetrieben" (1993) den Grimme-Preis und mit "Morgen in Alabama" (1984) schaffte der Jurist den Silbernen Bären und eine Oscar-Nominierung.

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