Seinen Zivildienst hat sich der junge Berliner Sven eigentlich anders vorgestellt: Statt des Platzes in einem hippen Jugendzentrum in Amsterdam bleibt für ihn nur noch eine Stelle in der Begegnungsstätte in Auschwitz übrig. So findet er sich auf einmal in der polnischen Kleinstadt Oswiecim wieder und damit an dem Ort, dessen Name in der Welt zum Symbol für den nationalsozialistischen Völkermord geworden ist. Dort soll er sich um den eigenwilligen KZ-Überlebenden Krzeminski kümmern und wird mit neuen Aufgaben, fremder Sprache und der historischen Bedeutung des Ortes konfrontiert. Und da ist noch die hübsche polnische Dolmetscherin Ania...

Regisseur und Drehbuchautor Robert Thalheim verarbeitete in seinem Drama eigene Erfahrungen, die er als Zivildienstleistender in der Pädagogischen Abteilung der Internationalen Jugendbegegnungsstätte in Auschwitz sammelte. Der Absolvent der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf in Potsdam-Babelsberg, der 2005 mit der Low-Budget-Komödie "Netto" debütierte, erzählt hier einfühlsam, aber immer auch ein wenig aufgesetzt von dem Leben zwischen Zukunftsträumen und der Konfrontation mit der Geschichte. Dabei spult er aber nicht die Vergangenheit herunter, sondern hält die Geschichte immer in der Gegenwart. In seiner ersten Kinorolle ist der 1981 in Berlin geborene Ernst-Busch-Schüler und Theaterschauspieler Alexander Fehling zu sehen, der in der Rolle des Zivildienstleistenden Sven um einiges zu alt und zu erwachsen daherkommt.

Foto: X-Verleih