Felix ist in die Jahre gekommen. Der schwermütige Mittfünfziger leidet an Trennungsschmerz - nach 15 Jahren Ehe hat seine Frau Valerie ihn verlassen. Für den Verfechter der Liebe ist das Leben schlicht sinnlos geworden. Ganz anders tritt Thomas dem irdischen Dasein gegenüber. Der junge Casanova und Scheidungsanwalt genießt sein Leben in vollen Zügen, bei den Frauen hat er leichtes Spiel. Als die beiden unterschiedlichen Charaktere sich zufällig auf der Terrasse eines Tessiner Restaurants begegnen, kommen sie ins Gespräch. Über die Welt, das Leben und die Liebe philosophieren sie - doch mit der Zeit finden sie heraus, dass die beiden Männer mehr verbindet, als zur gleichen Zeit am gleichen Ort zu sein. Thomas entpuppt sich als Valeries ehemaliger Liebhaber ...

Der Schweizer Regisseur Markus Imboden ("Mörder auf Amrum") inszenierte das Drama nach Markus Werners 2004 erschienenen internationalem Buchbestseller. Imboden, der den Roman adaptierte, verfasste eine durchdachte Drehfassung, in der die Figur der Ehefrau und Geliebten, überzeugend gespielt von Martina Gedeck ("Die Auslöschung"), vertieft wird und an dramaturgischem Stellenwert gewinnt. Streckenweise wirken die glatt geschliffenen Dialoge recht künstlich und gestellt. Doch über dieses Manko lassen die großartigen Leistungen der Schauspieler - allen voran Grimme- und Deutscher Filmpreisträger Henry Hübchen ("Alles auf Zucker!") als gehörnter Ehemann - hinwegsehen. Rainer Klausmann, Kameramann und langjähriger Kollege von Imboden, fotografierte in atmosphärischen Bildern. Bereits 1995 wurde das Duo für seine gemeinsame Arbeit an "Ausgerechnet Zoé" mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet.



Foto: Arsenal (Central)