Im Sommer 1962 erlebt eine Gruppe Jugendlicher, die ihren High-School-Abschied feiert, in einem typischen Provinzkaff in Südkalifornien eine Nacht zwischen unbeschwerter Jugend und dem Ernst des Lebens.

Petticoats und Pferdeschwänze, Schmalzlocken und Teenagerliebeleien, Twist, Hully Gully und Rock-'n'-Roll, die frühen Beach Boys, Fats Domino, Bill Haley and the Platters, der legendäre Diskjockey Wolfman Jack und "lauter irre bonbonfarbene tangerinrotgespritzte Stromlinienbabys", wie sie Tom Wolfe in seinem Kultroman beschrieben hat: In George Lucas' "American Graffiti" lebt die Atmosphäre einer amerikanischen Kleinstadt Anfang der Sechzigerjahre wieder auf. Die Geschichte der Jugendlichen von Modesto spiegelt die Endphase einer Sozialkultur wider. Der Soundtrack, hinreißend präsentiert von dem authentischen Wolfman Jack, ist ein bestimmendes Element des Films, die Figuren scheinen Halluzinationen der Musik zu sein und die Songs der Bewußtseinsstrom der Figuren. George Lucas, wie seine Helden in Modesto aufgewachsen, war gerade 29 Jahre alt, als er "American Graffiti" drehte. Er war 1962 selbst ein Teenager und hat den bei weitem besten Film gedreht, den die Nostalgiesucht des Kinos der Siebzigerjahre hervorgebracht hat. Diese einleuchtende, schmerzlich komische und genaue Studie über das Erwachsenwerden wurde mit einem niedrigen Budget gedreht, alle Beteiligten haben die Bestnote verdient. Der Film erhielt mehrere Oscar-Nominierungen, so als bester Film, für die Regie und für Candy Clark als beste Nebendarstellerin. "American Graffiti" wurde zum Kultfilm, George Lucas zum Superstar unter den Produzenten und Regisseuren Hollywoods, Richard Dreyfuss zu einem der begehrtesten Charakterdarsteller des amerikanischen Kinos und Harrison Ford gar zum Idol.

Foto: arte F/1990 Universal City Studios, Inc.