Die Rote-Armee-Fraktion löste in den Siebzigerjahren mit ihren Bombenanschlägen die bis dahin größte innenpolitische Krise in der Bundesrepublik Deutschland aus. Der Staatsfeind Andreas Baader gehörte zu den meistgesuchten Terroristen in Deutschland. Als Baader schließlich nach einer Schießerei im Juni 1972 in einer Garage in Frankfurt verhaftet wurde, atmete das Land auf.

Viele Mythen und Legenden ranken sich um den RAF-Terroristen, der sich 1977 im Stammheimer Gefängnis wohl inszeniert das Leben nahm. "Andreas Baader - Der Staatsfeind", ist die erste biografische Dokumentation über Baader. Dabei richtet der Autor Klaus Stern den Fokus auf Baaders Zeit vor der Gründung der RAF und die Frühphase der Baader-Meinhof-Gruppe. Viele Zeitzeugen äußern sich erstmals vor der Kamera, so auch die Malerin Ello Michel, Mutter einer gemeinsamen Tochter mit Baader. Die Beschreibungen von Baader haben im Film eine erstaunliche Bandbreite: vom charismatischen Stadtguerillero über den cholerischen Psychopathen bis zum gemeinen Mörder. Der Zuschauer kann sich ein Bild machen, wie aus Schulversager, Gerichtsreporter der "Berliner Zeitung" und Autodieb ohne Führerschein der Staatsfeind Nr.-1 wurde.