Im Herbst 1990 erregte der sogenannte "Arnsberger Prozeß" die deutsche Öffentlichkeit. Dort standen drei Menschen wegen einer Bluttat vor Gericht, die im Urteil als Totschlag in einem minderschweren Fall gewertet wurde. Minderschwer, weil das Gericht Angst vor dem Opfer als Motiv der Tat erkannte. Die drei Täter waren miteinander verwandt: der Schwiegersohn, die Tochter und die Frau des Opfers. Das Opfer, ein Mann von 47 Jahren, war vom Schwiegersohn im Einverständnis mit den beiden Frauen am Tag seiner Entlassung vor dem Gefängnis getötet worden, wo er sieben Jahre wegen fortgesetzten sexuellen Mißbrauchs und Vergewaltigung seiner minderjährigen Tochter eingesessen hatte.

Auf der Grundlage des Prozesses erzählt Bernd Schadewald ("Schicksalsspiel") die Vorgeschichte der Bluttat, die Opfer zu Tätern werden ließen. Inzest und Gewalt in der Familie, aber auch Hilf- und Gedankenlosigkeit von Behörden sind die Themen dieses beklemmenden Spiels aus der Wirklichkeit. Die Musik stammt von FM Einheit, dem Schlagwerker der avantgardistischen Industrial-Gruppe "Einstürzende Neubauten". Mit Christian Redl arbeitete Schadewald bereits 1989 in "Der Hammermörder" zusammen.