Als die Polizei den netten, unauffälligen Charles Reece gefangennimmt, wird plötzlich klar, dass man es mit einer psychopathischen Bestie zu tun hat, die fünf Menschen ermordete und verstümmelte. Das Strafgericht von Kalifornien steht wenig später vor der Frage, ob der Serienmörder hinzurichten oder für unzurechnungsfähig zu erklären sei. Die Sachverständigen erkennen auf Schizophrenie, der idealischte Oberstaatsanwalt aber will die Gefahr ein für alle Male bannen und Reece in der Todeszelle sehen.

Inspiriert von einem authentischen Fall, der bereits William P. Wood als Romanvorlage diente, inzenierte Regisseur Friedkin ("Der Exorzist", "Brennpunkt Brooklyn", "Jade") einen technisch virtuosen Thriller, der unter die Haut geht. Die blutigen Effekte verstellen allerdings ein wenig den Blick dafür, dass es im Kern um die Frage geht, ob Mörder ermordet werden dürfen? Friedkin schafft eine Atmosphäre von Gewalt und Bedrohung und zeichnet eine Welt voller Abgründe. Das legt eine schnelle, endgültige und klare Antwort nahe, doch der Zuschauer bleibt mit seiner Entscheidung allein. Der Film bleibt quälend indifferent. Mit den Abgründen der Seele spielte 1990 auch Jonathan Demmes "Schweigen der Lämmer". Doch stand hier der Nervenkitzel, nicht die Schuldfrage der beiden Psychopathen im Vordergrund.