Als im April 1945 Truppen der Roten Armee in Berlin einmarschieren, gehört auch eine weltgewandte Journalistin zu jenen Frauen, die von den Soldaten gnadenlos vergewaltigt werden. Um in der Folgezeit weniger behelligt zu werden, sucht sich sozusagen einen Leitwolf als Beschützer, der sich schließlich sogar als Feingeist herausstellt ...

Ein als TV-Zweiteiler sehenswertes und spannendes Drama von Max Färberböck, da dieses Werk nun viel mehr Sinn macht als die schlecht geschnittene, fahrig wirkende Kinofassung. Als "Anonyma" seinerzeit im Kino anlief, wunderte man sich, welchen Müll man mit fast sechs Millionen Fördergeldern drehen kann. Denn das Resultat war schlecht geschnitten, teilweise rassistisch, lärmend, lieblos ausgestattet (etwa Schutt auf den Straßen ohne Ende, aber alle Häuserfronten sind tadellos in Ordnung) und zudem historisch äußerst ungenau. Schon bei "Aimée & Jaguar" hat sich Regisseur Max Färberböck nicht gerade als historisch versierter Chronist erwiesen. Doch so schlampig und nervig wie bei der Kinoversion eines dramatischen Frauenschicksal zur Zeit des Zweiten Weltkriegs war er seinerzeit nicht vorgegangen.

Foto: Constantin