Der englische Spion Guy läuft in den Osten über. Einer amerikanischen Journalistin erzählt der Ex-Eliteschüler eines englischen Nobelinternats alles über seine Beweggründe und führt uns tief in seine persönliche Vergangenheit in einer der berühmt-berüchtigten Kaderschmieden der Insel. Kastendenken, Disziplin, Demütigung, Züchtigung und homosexuelle Liebe beeinflußten den jungen Guy, bis er ausbrach und den ihm vermittelten Werten zu mißtrauen begann. Und das veränderte sein Leben nachhaltig...

Rupert Everett ("Die Hochzeit meines besten Freundes") gelang es in einem seiner ersten Filme brilliant, die Zerrissenheit des kritischen Elite-Zöglings und späteren Agenten darzustellen. Auch seine sexuelle Orientierung, bei der er sich letztendlich treu blieb, kommt überzeugend. Auch wenn es anfangs nicht zu erwarten ist, zeigt Regisseur Marek Kanievska ("Stunde Null") eine wunderbare Männer-Liebesgeschichte und eine kritische Studie der umstrittenen Erziehungsmethoden in englischen Nobel-Internaten. Ein differenzierter Debütfilm, in dem die Biographien der übergelaufenen Spione Guy Burgess, Donald Maclean und Kim Philby frei verarbeitet werden.