Fay steckt mitten in der Pubertät, als sich ihr Leben schlagartig verändert. Die unheilbare Krankheit ihres Vaters reißt Fay aus dem harmonischen Alltag ihrer Kindheit und katapultiert sie in eine andere Welt. Sie taumelt zwischen Desorientierung und Identitätsverwirrung.

Die zwielichtigen, uneindeutigen Gefühle werden dadurch verstärkt, dass Fay sich imitiert, beobachtet und verfolgt fühlt, von einer Person, die vom Aussehen her vollkommen identisch mit ihr ist, aber scheinbar eine komplett andere Persönlichkeit besitzt. Während Fay sich selbst kaum wahrnimmt, entwickelt sich ihre vermeintliche Doppelgängerin durch ihr starkes und aggressives Verhalten zu einer gefährlichen Präsenz …

Bildgewaltige Intensität

Das Gesamtwerk der spanischen Regisseurin Isabel Coixet, die 2002 mit dem Psycho-Drama "Mein Leben ohne mich" bekannt wurde, ist in erster Linie durch eine recht bildgewaltige Intensität geprägt. Die starke Konzentration auf das Visuelle zieht sich wie ein roter Faden durch all ihre Filme u.a. "Das geheime Leben der Worte", "Elegy oder die Kunst zu lieben" und "Eine Karte der Klänge von Tokio".

Der Mystery-Thriller "Another Me - Mein zweites Ich" fällt hier aus dem Rahmen. Zwar arbeitet Coixet abermals mit starken Darstellern, allen voran Sophie Turner ("Game Of Thrones - Das Lied von Eis und Feuer"), verlässt aber das für sie übliche Genre des Emotionskinos und versucht sich an der Verfilmung eines gruseligen Jugendromans. Leider nur mässig überzeugend.