Der junge Maya-Krieger Jaguar Paw lebt mit Frau und Sohn in der behüteten Dorfgemeinschaft mitten im tiefsten Dschungel Mittelamerikas. Auf der Jagd begegnen Jaguar Paw und seine Freunde eines Tages einer verängstigten Gruppe von Menschen, die durch ihr Stammesgebiet zieht. Für Paw ein einschneidendes Erlebnis: er lernt die Angst kennen. Seine bösen Vorahnungen bestätigen sich, als in der Nacht städtische Holcane-Krieger sein Dorf überfällt. In letzter Sekunde kann Paw seine kleine Familie in einem Erdloch verstecken, doch auch er wird nach heftiger Gegenwehr gefangen genommen und muss mit ansehen, wie seinem Vater die Kehle durchgeschnitten wird. Schon bald begeben sich die geschundenen Gefangenen mit ihren Peinigern auf die beschwerliche Reise in die Stadt, wo sie ein grausamer Tod erwartet. Aber Jaguar Paw hat noch nicht mit dem Leben abgeschlossen...

Und wieder eine Regiearbeit von Mel Gibson, an dem sich die Geister scheiden. Nach seinem kontrovers diskutierten Jesus-Drama "Die Passion Christi" legt Hollywoods gefallener Sohn (Alkohol am Steuer, antisemitische Äußerungen) nun ein rasant geschnittenes, bildgewaltiges und vor Blut triefendes Werk über die untergegangene Maya-Kultur vor. Mit weitgehend unbekannten Darstellern, die alle das alte "Yucatec Maya" lernen mussten, im Dschungel Mittelamerikas gedreht, setzt Gibson hier nicht die damalige Hochkultur in Szene, sondern erzählt die eher simple Geschichte eines Mannes, der vom Jäger zum Gejagten wird. Der Schauspieldebütant Rudy Youngblood in der Rolle des Jaguar Paw ist sicher eine Entdeckung dieses Filmes, der auch durch die authentisch wirkenden Darsteller, die imposanten Kulissen und archaischen Kostüme überzeugt. Im Verlauf des Films, der an einigen Stellen deutlich hätte gestrafft werden können (so etwa die unglaublich langen Verfolgungssequenzen mit Wackelkamera im Dschungel) ergeht sich Gibson allerdings in Gewaltorgien (herausgeschnittene Herzen, abgeschlagene Köpfe, die die Stufen des Tempels hinunterwirbeln, überdimensionale Leichenberge und vieles mehr), deren penetrante Darstellung durchaus fragwürdig ist und so manchen Kritiker dazu veranlasste, Gibson Sadismus, Rassimus und Gewaltverherrlichung vorzuwerfen. Hätte Gibson hier seine Gewaltfantasien ein wenig zurückgenommen, "Apocalypto" hätte ein Meisterwerk werden können. So ist es lediglich ein rasantes Ethno-Actiondrama und sicher nichts für zart besaitete Zuschauer.

Foto: Constantin