Frankreich im Januar 1944: Der elfjährige Julien verläßt widerstrebend Paris, wo er bei seiner Mutter die Weihnachtsferien verbrachte, um wieder in sein katholisches Internat zurückzukehren. Dort findet er drei neue Mitschüler vor, wovon einer, Bonnet, Juliens besonderes Interesse weckt. Er lässt nicht locker, bis er hinter das Geheimnis des fremdartig wirkenden Jungen kommt: Bonnet ist Jude und heißt in Wirklichkeit Kippelstein! Zwischen den beiden Schülern entwickelt sich eine behutsame Freundschaft. Bonnet verbringt den Besuchstag mit Julien und dessen Mutter. In einem Restaurant müssen sie mit ansehen, wie ein jüdischer Gast von französischen Kollaborateuren bedroht wird. Kurze Zeit später dringt die Realität von Krieg und Besatzung auch in die kleine, von den Patres beschützte Welt der Schule ein. Bonnet, zwei weitere jüdische Kinder und der Schulleiter werden von der Gestapo abgeholt. Sie kehren niemals zurück.

Ein vielfach preisgekröntes Geschichtsdrama von Louis Malle, in dem der Regisseur seine persönlichen Kindheitserinnerungen im besetzten Frankreich der 40er Jahre verarbeitete. Das Aufeinandertreffen mit der jüdischen Kultur und Geschichte sind hier atmosphärisch detailliert und ergreifend sensibel aus der Sicht eines Kindes dargestellt.

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