Der türkischstämmige Literaturprofessor Nejat wundert sich schon darüber, dass sein Vater die Prostituierte Yeter bei sich einziehen lässt. Dann erfährt er, dass Yeter ihrer Tochter zwecks Studiums regelmäßig Geld schickt. Als diese stirbt, macht sich Nejat auf die Suche nach der Tochter, ohne zu ahnen, dass die eigentlich als Frauenrechtlerin auftritt und in der Türkei sogar im Knast landet. Ihre deutsche Freundin Lotte will ihr helfen. Doch dabei kommt sie in Istanbul zu Tode, was wiederum Lottes Mutter auf den Plan ruft...

Fatih Akin schildert das Schicksal von sechs Menschen, deren Wege sich zwar kreuzen, die sich aber nicht alle tatsächlich auch begegnen. So bleibt etwa die Suche Nejats nach Neters Tochter erfolglos, obwohl er ihr ungeahnt nahe kommt. Weniger kraftvoll und verstörend als in "Gegen die Wand" taucht Akin mit ruhiger Erzählstruktur in die schicksalhafte Geschichte, ohne diese wirklich aufzulösen. Trotz einiger Längen gelangen ihm auch poetische Momente voller Magie. "Auf der anderen Seite" war 2007 bei den Filmfestspielen von Cannes für die Goldene Palme nominiert, Akin erhielt schließlich den Drehbuchpreis. Außerdem gewann der Film 2008 die "Lola" als bester deutscher Film und Akin erneut den Drehbuchpreis.

Foto: Pandora/© Kerstin Stelter