Die Sonne versinkt schnell in Guatemala, als die Bewohner von "La Aurora – Die Morgenröte der Hoffnung" gerade das erste Jubiläumsfest ihrer Gemeinde vorbereiten, ihres persönlichen Traumes von einem Leben ohne Angst. Kinder kommen angelaufen. Schwer bewaffnete Soldaten haben das Dorf betreten, und solche Männer haben die Kinder in den Flüchtlingscamps, in denen sie aufwuchsen, noch nie gesehen. Die Dorfbewohner versammeln sich und werfen den Militärs vor, was ihnen und ihren Familien ein Dutzend Jahre zuvor angetan wurde. Die Folge: Die Zahl der mehr als 600 offiziell gezählten Massaker erhöht sich um ein weiteres. Doch dieses Massaker markiert auch den Beginn von etwas völlig Neuem: Die Überlebenden reichen Klage ein und ziehen vor Gericht. Wegen eines "Staatsverbrechens". Ihr Motiv: Sie wollen die nächsten Schritte auf dem halbem Weg zum Himmel gehen ...

Das Regieduo Andrea Lammers und Ulrich Miller haben über ein Jahrzehnt an ihrem engagierten Dokumentarfilm gearbeitet, der über den jahrelangen Kampf, den die Einwohner von "La Aurora 8 de Octubre" im Norden Guatemalas geführt haben, um die Schuldigen des an ihnen begangenen Massakers vor Gericht zu bringen. "La Aurora" ist eines von vielen Modelldörfern, in denen sich Mitte der 1990er Jahre ehemalige Flüchtlinge ansiedelten. Sie sollten am Aufbau der neuen, demokratischen und selbst verwalteten Gesellschaft mitarbeiten. Doch ein Jahr nach ihrer Rückkehr wurden sie bei einem Massaker erneut zum Opfer militärischer Gewalt. Die Siedler zogen vor Gericht und erreichten den ersten Zivilprozess gegen Militärs in der Geschichte Guatemalas. Der Film zeigt diesen Prozess vor dem Hintergrund des Alltagslebens in dem Dorf Aurora heute.

Foto: Pop Tutu Film