Ein Roma-Dorf irgendwo in der Nähe von Sarajevo: Hier lebt der Schrottsammler Nazif mit seiner Frau Seanda. Die beiden haben zwei Töchter und Seanda erwartet ein drittes Kind, ihr Leben ist karg und das Geld immer knapp. Als Seanda von einem auf den anderen Tag starke Unterleibsschmerzen bekommt, bringt sie Nazif ins Krankenhaus. Doch es ist bereits zu spät, der ungeborene Sohn ist tot und Seanda droht an einer Blutvergiftung zu sterben, wenn der Foetus nicht entfernt wird. Da sie keine Krankenversicherung hat, setzt Nazif alle Hebel in Bewegung, um die 500 Euro für die Operation aufzutreiben ...

Der vielfach ausgezeichnete, aus Bosnien-Herzegowina stammende Regisseur Danis Tanovic ("No Man's Land", "Cirkus Columbia") tauchte hier einmal mehr in sein Heimatland ein und erzählt die einfache Geschichte eines Roma-Ehepaars, dessen tristes Leben durch Armut und Entbehrungen gekennzeichnet ist . Mit fast schon dokumentarischer Kamera folgt Tanovic seinen Portagonisten, die er ausschließlich mit Roma-Laiendarstellern besetzte. So ist dieses Drama nicht nur ein Werk über den Kampf eines Mannes um das Leben seiner Frau, sondern steht darüber hinaus stellvertretend für die Lebenssituation der Minderheit der Roma in Bosnien-Herzogowina.



Foto: Drei-Freunde