Enfant terrible Christoph Schlingensief ließ provokant wie immer eine Woche lang mitten im touristischen Zentrum von Wien einen Abschiebecontainer für Asylanten aufstellen. Der Clou: Täglich musste per Zuschauerabstimmung im Internet ein Bewohner "abgeschoben" werden. Den Verlierer wurde rund um die Uhr mit rassistischen Äußerungen des FPÖ-Erfolgsgaranten Jörg Haider traktiert, den Container beklebte ihn mit Haiders fremdenfeindlichen Wahlplakaten und wartete gespannt auf die Reaktionen vorbeiziehender Passanten. Deren Ereiferungen und Erregungen wurden so schnell zum Bestandteil der skurrilen Inszenierung ...

Dokumentarfilmer Paul Poet beobachtet in seinem Film die provokante Aktion Schlingensiefs, der hier die mediale Perversion des "Big Brother"-Überwachungs-Containers noch stärker ad absurdum führte. Dass er sich zu diesem Zweck auch noch Österreich mit seiner extrem rechtslastigen Regierung aussuchte, war natürlich kein Zufall. Der Film zeigt deftige politischen Debatten, Gegen-Demonstrationen und widerliche Attacken bis hin zu Versuchen von Brandlegung und der Erstürmung des Containers. Paul Poet hat sein Werk aus fast 100 Stunden Material zusammen geschnitten und lässt Freunde und Feinde der Aktion zu Wort kommen: von Schlingensief selbst über Peter Sloterdijk, Helene Partik-Pablé von der FPÖ bis zu Gästen wie Daniel Cohn-Bendit, Gregor Gysi und Schauspieler Josef Bierbichler. Leider ist das Ganze auf billigem Videomaterial gedreht.