Sie sind alle Mitte 20, und gemeinsam gehen sie als Zeitsoldaten nach Afghanistan: die beiden Freunde Daniel und Ronnie sowie Emal, ein gebürtiger Afghane, der einst mit seiner Familie nach Deutschland floh. Begleitet werden sie durch die angehende Stabsärztin Sarah Schulz. Ihr erster Auftrag ist die Wiederaufnahme des Kontaktes zu einem entlegenen Dorf und die Unterstützung der Hilfsorganisation vor Ort. Unterstützt werden sie von der Entwicklungshelferin Anna, die die Schüler vor Ort betreut. Die Begegnung mit Tara, der Tochter des Bürgermeisters Jamil, macht Daniel klar, auf welch fremde Welt sie hier stoßen: Ihr fehlen zwei Finger - von den Taliban abgeschnitten, weil sie es gewagt hatte, sich ihre Nägel zu lackieren. Die Aufbauarbeit erweist sich wegen der Taliban als weitaus schwieriger als gedacht. Die tägliche Bedrohung, die Fremdheit des Einsatzortes und ein erstes Gefecht setzen den Soldaten zu. Können sie wirklich das leisten, wofür sie nach Afghanistan geschickt wurden?

Wie bereits Peter Keglevic in seinem gelungenem Thriller "Kongo" zeigt Regisseur Till Endemann in seinem atmosphärisch dichten Gesellschaftsdrama die Ängste, Drucksituationen und Hoffnungen deutscher Soldaten, die sich im Auslandseinsatz befinden und sich mit den Eigenheiten des Landes vertraut machen müssen. Endemann, der bereits mit seinen Regiearbeiten "Flug in die Nacht - Das Unglück von Überlingen" und "Vom Ende der Liebe" seine Vorliebe für dramatische Stoffe bewiesen hat, stellt darüber hinaus die kritische Frage, ob das Gebot der Nichteinmischung deutscher Soldaten in diesen Zeiten wirklich noch zeitgemäß ist. Das gelungene Drehbuch lieferte der renommierte Fernsehautor Holger Karsten Schmidt ("Der Todestunnel - Nur die Wahrheit zählt", "Der Stich des Skorpion", "Zwei Tage Hoffnung").

Foto: WDR/Relevant Film/Grischa Schmitz