Er versuchte Hollywood zu revolutionieren, was misslang, aber er revolutionierte dafür den Flugzeugbau: Multimillionär Howard Hughes kommt in den Zwanzigerjahren nach Hollywood, arbeitet sich nach oben und beginnt mit dem Fliegerdrama "Hell's Angels" sein wohl ambitioniertes Projekt. Doch das schluckt Geld ohne Ende, die Dreharbeiten ziehen sich ständig in die Länge, dann kommt auch noch der Tonfilm und das meiste Material muss mit Ton versehen und neu gedreht werden. Dennoch: der Film wird ein Hit, Hughes weltberühmt. Doch das Leben als Filmemacher und Produzent langweilt ihn. Er träumt davon, ein großer Flieger zu werden und setzt fast sein ganzes Geld aufs Spiel, um seinen Traum zu verwirklichen. Auch das gelingt dem Exzentriker, der jedoch mehr und mehr seinen Psychosen verfällt, die Manie entwickelt, die gleichen Worte hundertmal zu wiederholen und seine Phobie vor Keimen und Bakterien mehr und mehr auslebt. Ohne Zweifel war er einer der kuriosesten Gestalten Amerikas, verzauberte Frauen und hatte Affären mit Stars wie Jean Harlow, Katharine Hepburn, Ava Gardner oder Jane Russell. In seinen letzten 20 Lebensjahren ward nicht mehr gesehen.

Altmeister Martin Scorsese schuf mit diesem bereits vielfach preisgekrönten Biopic ein überaus beeindruckendes Werk, das die Welt des exzentrischen Milliardärs aufleben lässt. Dabei wählte der Regisseur der größeren Authentizität wegen teilweise das alte Zwei-Farb-Technicolor-Verfahren, schuf brillante Bilder, rekonstruierte etwa auch die alten Dreharbeiten, ließ ehemalige Hollywoodstars von heutigen Star spielen und fesselt den Zuschauer mit diesem berauschenden Porträt. Grandios: Leonardo DiCaprio in der Hauptrolle, der hier Ruhm- und Schattenseiten hervorragend darzustellen weiß. Auch die Kritiker der Golden-Globe-Jury 2005 waren begeistert, denn sie wählten "Aviator" zum besten Drama, Howard Shore erhielt die Auszeichnung für die beste Filmmusik und DiCaprio den Preis als bester Hauptdarsteller in einem Drama. Bei den Oscarverleihungen 2005 musste sich Scorsese allerdings Clint Eastwoods Regiearbeit "Million Dollar Baby" geschlagen geben, die ihm die Trophäe als bester Film und für die beste Regie vor der Nase wegschnappte. Oscars gab's hingegen für Cate Blanchett als beste Nebendarstellerin, für die beste Kamera, den besten Schnitt, beste Ausstattung und beste Konstüm. Wenig tröstlich für Scorsese und DiCaprio, die als Regisseur und Hauptdarsteller einmal mehr leer ausgingen.

Foto: StudioCanal