Die junge Artistin Babooska Gerardi betreibt zusammen mit ihrer Familie einen Wanderzirkus, mit dem sie durch die italienische Provinz tingelt. Ihre Tochter etwa wird von Babooskas Mutter unterrichtet, weil der Zirkus nie lange genug an einem Ort verweilt. So ist das Leben der Gerardis von der räumlichen Enge gekennzeichnet, von dem täglichen Warten auf Besucher, aber auch von Dörfern, in denen sich kaum Zuschauer einfinden, da es nur noch alte Leute gibt, die kein Interesse mehr am Zirkus haben. Und es wird täglich geübt, umgestellt, improvisiert. Die Auftritte selbst sind inzwischen relativ uninteressant geworden, denn sie sind längst Alltag und werden nicht mehr groß vorbereitet.

Das Regieduo Tizza Covi und Rainer Frimmel begleitete in seiner zweiten gemeinsamen Filmarbeit nach "Das ist alles" (2001) das Zirkusmädchen und seine Familie ein Jahr lang auf ihrer Odyssee durch ein Italien, dass man hierzulande kaum kennt. Fernab vom "Das süße Leben" wirft das Regieduo einen ungeschminkten Blick hinter die Kulissen eines Mikrokosmos am Rand der Gesellschaft. Dabei lassen die beiden die Bilder für sich sprechen, auf jedlichen Kommentar und auf Interviews wurde verzichtet. Der vielfach preisgekrönte Dokumentarfilm erhielt unter anderem den Wolfgang Staudte-Preis auf der Berlinale 2006.

Foto: Salzgeber