Als Sahands Vater Arbeit auf einem Ölfeld im Süden des Irans findet, muss die gesamte Familie ihre Zelte abbrechen, den fruchtbaren Norden des Landes verlassen und in den heiß-trockenen Süden ziehen. Kurze Zeit später bricht der Krieg gegen den Irak aus, in dessen Verlauf das Haus der Familie von einer Bombe getroffen wird. Sahand überlebt schwer traumatisiert, während seine Mutter bei dem Angriff getötet wird. Mit der Situation vollkommen überfordert, beschließt sein Vater den kleinen Jungen und seine Schwester zurück in ihr Heimatdorf zu bringen. Seine Hoffnung: Die Ruhe des Nordens soll Sahand von seinem Trauma befreien ...

Der iranische Regisseur Mohammad Ali Talebi thematisiert hier auf eine stille und eindringliche Weise, wie Kinder den Krieg erleben, welche Eindrücke sie mitnehmen und welche Traumata sie dabei erleiden können. In reicher Bildsprache vermittelt er das Leiden der schutz­be­dür­ftig­sten Mit­glieder seiner Ge­sell­schaft am Beispiel des kleinen Jungen Sahand. Talebi ist ein Film gelungen, der von seinen Kontrasten lebt und dadurch auch die größtmögliche Wirkung erzielt. Zu Recht erhielt der Film im Februar 2011 den Ber­li­nale-Son­der­preis "Cinema fair­bindet".



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