In Malis Hauptstadt Bamako wohnt die Sängerin Melé mit ihrem arbeitslosen Mann in einem Hinterhof. Hier herrscht stets ein buntes Treiben, denn neben vielen Mitbewohnern wird der Hof auch von Ziegen und Federvieh bevölkert. Ausgerechnet hier findet eine ungewöhnliche Gerichtsverhandlung statt: Afrikanische Vertreter erheben Klage gegen die Machenschaften des internationalen Währungsfond IWF und die Entwicklungspolitik der Weltbank. Denn deren Interesse decken sich nicht mit denen der Afrikaner. Ausbeutung mit allen Mitteln scheint eher die Devise des IWF. Während des Prozesses geht das Alltagsleben im Hof jedoch weiter...

Abderrahmane Sissako ("Reise ins Glück") wirft auch hier wieder einen durchaus kritischen Blick auf die so genannte Entwicklungspolitik westlicher Staaten. In einer Art exemplarischen Schauprozess zieht er über die Folgen der Globalisierung her und zeigt die damit verbundene Verleugnung afrikanischer Traditionen. Filmisch ist das Ganze kaum aufregend - auch wenn hier einige Klagen schon mal in Liedform präsentiert werden -, inhaltlich aber höchst explosiv. Bevor der Zuschauer allerdings in tiefe Depression verfällt, kommt Hollywoodstar Danny Glover in bester Western-Manier daher galoppiert.

Foto: Kairos