24 Stunden in einem geschlossenen Mädchenheim: Irene und Monika unternehmen einen Ausbruchsversuch. Während Irene die Flucht gelingt, landet Monika zur Strafe in der Arrestzelle und erzählt dort einer Fürsorgerin ihre Lebensgeschichte. Die Situation im Heim spitzt sich zu und in der Nacht wird eine "Bambule", ein Aufstand, angezettelt ...

Ein engagiertes Sozialdrama von Regisseur und Koautor Eberhard Itzenplitz, das einige Tage vor seiner Erstausstrahlung am 24. Mai 1970 von der ARD aus dem Programm genommen wurde. Der Grund: Itzenplitz hatte ein Drehbuch der Journalistin Ulrike Meinhof in Szene gesetzt, die kurz vor der Ausstrahlung an der Befreiung des Kaufhaus-Brandstifters Andreas Baader beteiligt war. "Bambule" wurde danach 24 Jahre nicht gezeigt und erst 1994 aufgeführt, während das Drehbuch schon 1971 als Buch erschienen war. Meinhof hatte sich vor ihrer Hinwendung zur Rote Armee Fraktion vielfach für die Aufhebung sozialer Missstände eingesetzt. So ist "Bambule" nicht nur ein gelungenes Zeitbild der Republik nach 1968, sondern auch ein soziales Vermächtnis von Meinhof, die sich nach ihrer Verurteilung zu einer langen Haftstrafe am 9. Mai 1976 im Hochsicherheitsgefängnis von Stuttgart-Stammheim das Leben nahm.

Foto: SWR