Dass eine Partie Schach die Aufmerksamkeit der Weltöffentlichkeit erregt, wird heute kaum vorkommen. Doch als der Amerikaner Bobby Fisher (Tobey Maguire) 1972 gegen den russischen Weltmeister Boris Spasski (Liev Schreiber) antritt, herrschen andere Vorzeichen.

Der Vietnamkrieg tobt, und trotz erster Entspannungen zwischen den Supermächten ist ein Ende des Kalten Krieges nicht absehbar. So prasselte bei der Weltmeisterschaft, die zum Kampf der Systeme stilisiert wurde, auf das junge Schachgenie Fisher ein geballtes Interesse von Medien, Öffentlichkeit und Politik ein, das er nicht verarbeiten konnte.

Bald fiel er durch antiamerikanische und antisemitische (er war selbst Jude) Tiraden auf. Bezeichnenderweise heißt ein Dokumentarfilm über ihn "Zug um Zug in den Wahnsinn".

Mit Verspätung in die Kinos

Dieser schillernden Figur und der Weltmeisterschaftspartie in Island nahm sich bereits 2014 der Regisseur Edward Zwick ("Last Samurai") an. Nun läuft sein Film mit etwas Verspätung auch in den deutschen Kinos.

Getragen wird das Schachduell von einem exzellent agierenden Tobey Maguire und Zwicks Einsicht, dass heute vor allem die Spieler und nicht das Spiel von Interesse sind. Wer sich nämlich erhofft, die noch immer für ihre Genialität gefeierten Schachpartien nacherleben zu können, wird enttäuscht.

Zwick konzentriert sich auf das immer stärkere Abgleiten Fishers in seine Paranoia, die schon früh in Ansätzen sein Leben bestimmte, und setzt dies in einer spannenden Biografie um. 

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