Lourdes, im Februar 1858: Die 14-jährige Bernadette Soubirous ist das älteste von vier Kindern und stammt aus einer bettelarmen Familie. In der Grotte Massabielle erscheint ihr die Jungfrau Maria. Ihre Eltern, Freunde und der Pfarrer schenken ihren Berichten anfangs allerdings wenig Glauben. Doch die Bauern und Arbeiter strömen zur Grotte und wohnen mit starkem religiösen Eifer den siebzehn Marienerscheinungen bei. Die beunruhigten Dorfoberen wollen das Mädchen für verrückt erklären. Doch die durch Bernadettes Hand entsprungene Quelle heilt mehrere unheilbar Kranke, so dass die Grotte nach und nach zum Wallfahrtsort wird. Im Juli 1866 tritt das Mädchen in den Orden von Nevers ein und wird Schwester Marie-Bernard.

Der französische Regisseur Jean Delannoy (1908-2008) drehte in seiner über 60 Jahre währenden Karriere so unterschiedliche Werke wie "Der Glöckner von Notre-Dame", "Kommissar Maigret stellt eine Falle" oder "Die italienische Geliebte". Eine seiner letzten Arbeiten war diese schlicht inszenierte, aber gut gespielte Biografie, die sich an die überlieferte Chronik der Ereignisse hält, die zur Entstehung des Wallfahrtsortes Lourdes führte. Im Jahr darauf drehte Delannoy mit der aus Nashville/Tennessee stammenden Darstellerin Sydney Penny ("Pale Rider - Der namenlose Reiter", "Largo Winch - Gefährliches Erbe") auch die Fortsetzung der Geschichte, "La passion de Bernadette", die die Ereignisse nach Bernadettes Eintritt in den Orden thematisierte.

Foto: arte/ORF/CEA Films