Zweifellos zählt Ginger Baker zu den besten Schlagzeugern der Welt, zudem schrieb er mit Bands wie "Cream" und "Blind Faith" Musikgeschichte. Der in London als Peter Edward Baker geborene Musiker - wegen seiner roten Haare wurde er Ginger genannt - lernt zunächst Klavier und Trompete, bevor er zum Schlagzeug wechselte. Immer an Innovationen interessiert, entwickelte er schon früh ein unglaubliches Feeling. Er begann seine Karriere in Alexis Korners "Blues Incorporated" und der Graham Bond Organization, in der er bereits auf Jack Bruce traf. Mit ihm und mit Gitarrist Eric Clapton gründete Baker 1966 die legendäre Gruppe "Cream" und nach deren Auflösung "Blind Faith", die sich jedoch nach der Veröffentlichung des ersten Albums 1969 auch wieder auflöste. In den frühen Siebzigerjahren versuchte es Baker zunächst mit der eigenen Gruppe "Air Force", traf dann aber in Nigeria auf Afrobeat-Legende Fela Kuti, mit dem er viele Jahre zusammenarbeitete, um später wieder eher im Jazz eine Heimat zu finden.

Dokumentarfilmer und Fan Jay Bulger begab sich auf Spurensuche, war Gast bei Ginger Baker in dessen Domizil in Südafrika, bekam aber auch die aggressive Unberechenbarkeit des Schlagzeug-Giganten am eigenen Leib zu spüren (Baker brach ihm das Nasenbein). Mit bemerkenswertem Archivmaterial (oft im Rhythmus des Schlagzeugs geschnitten), Animationssequenzen, tollen Interviews von Zeitzeugen (von Carlos Santana über Charlie Watts bis Johnny Rotten) und aktuellen Bildern des mittlerweile zurückgezogen lebenden Musikers gelang Bulger nicht nur eines der atemberaubenden Porträts jüngster Zeit, sondern auch ein brillantes und zudem ungemein unterhaltsames Dokument jüngerer Musikgeschichte. Großartig!



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