Der alte Ahmet liegt dem Tode nahe im Krankenhaus. Um seiner Familie nicht länger zur Last zu fallen, flieht er kurzerhand und lässt sich vollkommen erschöpft auf den Eingangsstufen eines Altersheims nieder. Was er nicht ahnt: Die Bewohner nehmen ihn herzlich in ihrer Mitte auf, in der Annahme, er sei wie sie selbst im Heim "abgegeben" worden. Schließlich begibt sich die Gruppe, die der Zufall zusammengeführt hat, gemeinsam auf eine Reise vom Westen in den Osten der Türkei, auf der sie noch einmal längst vergessene Ideale wie Familienzusammenhalt, Liebe und gegenseitigen Respekt erfährt.

Der vor allem als Musiker auch international bekannte Mahsun Kirmizigül ("Günesi Gördüm - Ich sah die Sonne") erzählt in seinem Regiedebüt eine herzerwärmende Geschichte ums Altern vor der prachtvollen Kulisse des Orients. Wie in der christlich geprägten westlichen Welt ist auch in der Türkei ein Zerfall der alten Familienstrukturen feststellbar, das Band zwischen den Generationen wird immer brüchiger, gerade in den großen Städten. Bis in den Nebenrollen glaubhaft besetzt, gelang Multitalent Kirmizigül, der auch das Drehbuch schrieb, für die Produktion verantwortlich zeichnete, eine der Hauptrollen als Sohn Ahmets übernahm und die Musik komponierte, ein idealistischer Film mit wunderbaren Landschaftsbildern, der so manchen Zuschauer tief berühren wird.

Foto: Maxximun