Beziehungen und die Probleme, die das enge Verhältnis zwischen zwei Personen so mit sich bringen, sind schon immer gern gesehene Themen auf der Leinwand. Das ewige Hin und Her zweier Protagonisten, die miteinander nicht können und ohne einander nicht wollen, ist der Plot von einer Vielzahl an Komödien, Tragikomödien und Dramen. Ein vielschichtiges Thema, so facettenreich wie Beziehungen nun einmal sind. Hier sind es nun drei Paare, die mitten in einer Beziehungskrise stecken und am Alltäglichen scheitern. Sie suchen Rat bei einer Therapie und bringen dabei Vorwürfe, Ängste und Verletzungen aufs Tapet ...

Es ist ein nüchternes Ambiente, das Filmemacher Calle Overweg gewählt hat. In steriler Studioatmosphäre lässt er drei Paare, die von Schauspielern dargestellt werden, auf wirkliche Therapeuten treffen und über ihre Beziehungsprobleme sprechen. Das Ergebnis ist ein Mix aus dokumentarischen Elementen und improvisiertem Schauspiel. Doch trotz der scheinbaren Laborsituation und der Künstlichkeit der Darstellung kommen bei den Protagonisten durchaus Emotionen auf, die auch den Zuschauer nicht kalt lassen. Ein Hauch von krasser Realität schwebt über der gesamten Inszenierung und lässt dabei vor allem eines auf der Strecke: den Unterhaltungsfaktor. Calle Overweg wurde 2000 für seinen Film "Tumber Narr, heiliger Tor" für den Adolf-Grimme-Preis nominiert. Sein inszenierter Dokumentarfilm "Das Problem ist meine Frau" gewann 2003 den 3sat-Förderpreis.



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