Bingo (Mathias Gnädinger) und Sturzi (Ruedi Walter) sind im Gefängnis Freunde geworden und haben grosse Pläne. Beide wollen sie nach der Entlassung dem Ganovenleben den Rücken kehren und nach Brasilien auswandern. Als Sturzi ein halbes Jahr nach Bingo aus dem Gefängnis kommt, muss er feststellen, dass sein Freund immer noch pleite ist und sogar wieder kriminelle Pläne hat. Der im Gefängnis älter und weiser gewordene Sturzi ist schwer enttäuscht, will aber grosszügig die Flugkarten aus seinem kleinen Vermögen bezahlen. Sein Vormund ist damit nicht einverstanden: Sturzi soll in ein Männerheim und erst seine Schulden sanieren. Als er miterleben muss, wie stümperhaft Bingo mit seinem Kumpel Schorschi (Robert Hunger-Bühler) einen Einbruch in eine Bank plant, erwacht in Sturzi der alte Profi. "Bingo" ist ein Film über eine Männerfreundschaft im einem Zürcher Ganovenmilieu, das einen Hauch Romantik bewahrt hat. Ruedi Walter - im letzten Film vor seinem Tod - und Mathias Gnädinger bilden ein Paar, das an die grossen Zeiten des Schweizer Dialektfilms erinnert. In seinem ersten abendfüllenden Spielfilm gelingen Regisseur Markus Imboden leise, melancholische, aber auch humorvolle und tragikomische Töne. Mathias Gnädinger, am 25. März 1941 im schaffhausischen Ramsen geboren, ist seit Jahrzehnten eine feste Grösse auf den Bühnen und Leinwänden der Schweiz. Nach einer Lehre als Schriftsetzer bildete er sich am Bühnenstudio in Zürich zum Schauspieler weiter. Seine Bühnenkarriere führte ihn schliesslich auch nach Berlin, wo er zum Ensemble der Schaubühne gehörte. Gemäss Wikipedia hat der vielseitige Mime bis heute in mehr als 130 Theaterstücken und über 70 Film- und Fernsehproduktionen mitgewirkt, in vielen davon als Hauptdarsteller. So war er 1989 der erste "Tatort"-Kommissar der Schweiz und spielte ab 2004 in fünf Fernsehfilmen nach Romanen von Hansjörg Schneider den Basler Kommissär Hunkeler. Der nächste Film zum Geburtstag von Mathias Gnädinger: Freitag, 25.03.2011, 20.00 Uhr, SF zwei: "Big Deal".