Der junge Familienvater Frank hat es geschafft: Endlich konnte er sich aus den Fängen des Scientology-Systems lösen und ist ausgestiegen. Nun aber muss er mit rechtlichen Mitteln um seine Tochter kämpfen, die mit der Mutter bei der Organisation geblieben ist und keinen Kontakt mehr zu ihrem Vater haben soll ...

"Kritiker sind Verbrecher" hat Scientology-Gründer Ron Hubbard einmal gesagt. Deshalb sollte das Projekt geheim bleiben - so lange wie möglich. Schon die Dreharbeiten fanden unter größten Vorsichtsmaßnahmen statt, so lautete der Arbeitstitel dieses Justizdramas "Der Tote im Sund". Der Grund: Regisseur und Drehbuchautor Nikolaus Stein von Kamienski orientierte sich an der wahren Geschichte des Heiner von Rönn, der in die Fänge von Scientology geriet und seine Familie an sie verlor. Der erste abendfüllende TV-Film über die Sekte, die Tom Cruise, John Travolta und dessen Frau Kelly Preston zu ihren prominentesten Anhängern zählt, beschäftigt sich äußerst kritisch mit dem Verein, der sich Kirche nennt und seit 1997 in mehreren Bundesländern infolge eines Beschlusses der Innenministerkonferenz durch den Verfassungsschutz beobachtet wird. In Rückblenden erzählt Kamienski, wie sein Protagonist (ausgezeichnet: Felix Klare) zu der Sekte kam, welche Veränderungen mit dem Beitritt einher gingen und wie er sich aus dem System von Ausbeutung und Gehirnwäsche befreien konnte. Doch den Kampf vor Gericht verlor er, seine Familie blieb auf der Strecke. Ein hervorragend besetztes wie packend gespieltes Stück Zeitgeschichte!

Foto: SWR/Christine Schroeder