Während einer Kreuzfahrt lernt das englische Ehepaar Nigel und Fiona - dessen monoton gewordenes Zusammenleben aufgefrischt werden soll - ein etwas seltsam anmutendes Paar kennen: Mimi ist eine sinnliche Schöne und Oscar ein Rollstuhlfahrer. Oscar, ein amerikanischer Schriftsteller, erzählt Nigel häppchenweise die Geschichte ihrer zunächst leidenschaftlichen Liebe, die bald in zerstörerischen Hass umschlägt. Rückblenden bebildern die sexuellen Obsessionen des Paares und der Zuschauer erfährt, dass der Literat nicht immer gelähmt gewesen ist. Nigel wird unvermittelt zum Spielball der verführerischen Mimi und ihres zynischen Mannes. Vor dem tragischen Ende wird auch Fiona in das seltsame Spiel einbezogen.

Eine solche Geschichte, von Roman Polanski inszeniert, lässt Großes erwarten. Doch leider ist der Film ein Reinfall. Wer das Schaffen Polanskis kennt, hofft vergeblich auf ähnlich düstere Bilder der Bitternis wie z.B. in "Ekel", "Rosemaries Baby" oder "Der Mieter". Hat es der Regisseur in "Frantic" noch verstanden, Spannung zu erzeugen und mit einigen filmischen Finessen aufzuwarten, bringt er nun platte Bilder in einer langweiligen Erzählstruktur. Bangt der Zuschauer, dass die Lähmung des Schriftstellers durch einen Unfall während der obsessiven Sexspielchen hervorgerufen werden könnte (und nur darin besteht kurzzeitige Spannung), so wird er auch hier derbe enttäuscht. Jedesmal wenn etwas Angst aufkommt, wird dieser noch in der gleichen Sequenz der Wind aus den Segeln genommen. Insgesamt ein Melodram ohne Dramatik und der schlechteste Polanski-Film, der hier lediglich ein Vehikel für die Zurschaustellung seiner Ehefrau Emmanuelle Seigner fabriziert hat.

Foto: StudioCanal