Bloch reist von Baden-Baden nach Köln, um das Erbe seines alten Mentors Cornelius anzutreten, der verstorben ist. Allerdings hat dieser Bloch nicht nur eine umfangreiche Bibliothek, sondern auch seine Patienten hinterlassen. Unter ihnen ist Martin, ein Kunsthandwerker, der jeden Tag vor dem Kölner Dom predigt. Das öffentliche Interesse ist eher gering, doch das ändert sich, als vor Martins Augen die junge Radfahrerin Sara leblos zu Boden stürzt. Er ergreift die Hand der Verunglückten und spricht zu ihr die Worte, mit der einst Jesus eine Tote zum Leben erweckt haben soll. Das Wunder wiederholt sich und von nun folgt Martin eine kleine Jüngerschar, die ihn als neuen Heiland preist. Lediglich Tochter Judith will nicht akzeptieren, dass sich ihr Vater von ihr entfernt und seine eigene Realität erschaffen hat. Sie bittet Bloch, sich um den Vater zu kümmern. Je besser er jedoch Martin kennenlernt, desto größer werden seine Zweifel ...

Nach dem packenden Fall "Bloch - Bauchgefühl" legt die aus Leipzig stammende Regisseurin Franziska Meletzky ihre zweite Episode um den populären Psychotherapeuten vor. Mit identischer Crew, das Drehbuch schrieb erneut Marco Wiersch, inszenierte Meletzky unter anderem vor dem Kölner Dom, wo die Arbeiten stets von einer großen Anzahl Schaulustiger verfolgt wurden. So entstand ein Psychodrama, das vor allem vom Wechselspiel von "Menschenfreund" Bloch alias Dieter Pfaff und Matthias Habich als vermeintlicher "neuer Heiland" lebt. Für Theologie-Freunde wird die angesprochene Thematik - die Beschäftigung und Auseinandersetzung mit dem Glauben - sicherlich spannend sein, doch an die Qualität ihres ersten "Bloch" kann Meletzky nicht anschließen.

Foto: WDR/Frank Dicks