Der millionenschwere Geschäftsmann und Folk-Sänger Bob Roberts will unbedingt groß in die Politik einsteigen, wenn möglich sogar Präsident der USA werden. Dabei bedient er sich skrupellos aller Mittel, die sich ihm bieten. Nur ein Journalist stellt sich ihm entgegen. Denn er weiß von einem düsteren Punkt in der Vergangenheit des fiesen, machthungrigen Yuppies...

Das Regiedebüt des Schauspielers Tim Robbins ist eine böse, satirische und entblößende Farce auf die schmutzigen Praktiken der amerikanischen Wahlpropaganda und das daraus resultierende Polit-Geschehen. Außerdem rechnet Robbins scharfsinnig und humorvoll mit den neuen "rechten" Werten des konservativen Amerika ab. Dabei zeigt er minutiös, mit welch simplen Parolen sich Wähler bewegen lassen, wann man wie auf die Tränendrüse drückt und wie mit Liedchen Politik zu Show-Biz gemacht wird. Ein grandioser, unabhängiger amerikanischer Film, brillant gespielt und mit beeindruckender - fast dokumentarischer - Kameraführung inszeniert. Robbins hat "Bob Roberts" allerdings nicht nur inszeniert und geschrieben, sondern gemeinsam mit seinem Bruder David auch die Songs der Titelfigur verfasst. Herausragend ist die Nummer "The Times they are A- Changin' Back", eine Anspielung auf den bekannten Protestsong von Bob Dylan, dessen Aussage durch ein angehängtes Wort in sein genaues Gegenteil verkehrt wird.