Südlich von Palm Springs liegt Bombay Beach an den Ufern des Saltonsee, ein künstliches Gewässer in der Mitte des Colorado Wüste, das einst ein beliebtes Urlaubsziel für privilegierte US-Amerikaner war. Heute ist Bombay Beach eine der ärmsten Gemeinden in Südkalifornien, gerade einmal 100 Bewohner zählt das fast verlassene Nest an dem längst umgekippten und versalzenen See. Hier leben der siebenjährige, hyperaktive und mit einer lebhaften Fantasie gesegnete Benny Parrish, der aus Los Angeles stammende schwarze Teenager CeeJay, der nach Bombay Beach zog, um nicht das Schicksal seines Cousins teilen zu müssen, das in L.A. ermordet wurde, und der ehemalige Ölfeld-Arbeiter Red, der immer einen geladenen Revolver griffbereit hat und sich seinen Alltag mit einer Flasche Schanps versüßt ...

"Bombay Beach" ist das auf Regiedebüt der aus Israel stammende Filmemacherin und Videokünstlerin Alma Har'el, die hier liebevoll eine Handvoll Außenseiter der Gesellschaft porträtiert, die zwar über wenig Geld, aber dafür über umso mehr Menschlichkeit verfügen. Har'el hat viele Monate mit den Bewohnern von Bombay Beach verbracht und zeigt das einfache Leben in dem scheinbar am Ende der Welt gelegenen Ort. Die wunderbaren Bilder, die Har'el selbst mit der Kamera einfing, untermalte die Regisseurin mit der Musik von Beirut und Bob Dylan, zu der ihre Protagonisten in choreografierten Sequenzen tanzen. "Bombay Beach", auf dem Tribeca Film Festival als bester Dokumentarfilm ausgezeichnet, lief allerdings schon im Juni 2012 auf arte.



Foto: Rapid Eye Movies