Ende der Sechzigerjahre des letzten Jahrhunderts gilt Schriftsteller Rolf Dieter Brinkmann als Kölner Unikum. So lässt er etwa bei einem TV-Auftritt eine Schimpfkanonade auf Kritiker Marcel Reich-Ranicki ab. Der Westdeutsche Rundfunk hat bald die Idee, Literaten ihren eigenen Alltag schildern zu lassen. So zieht Brinkmann durch Köln, um an Plätzen und Straßen mit einem Aufnahmegerät momentane Eindrücke von Stadt, Leuten und zufälligen Geschehnissen einzufangen ...

Ein experimenteller Film über die außergewöhnliche Figur Rolf Dieter Brinkmann. Basierend auf den Originalbändern begab sich Filmemacher Harald Bergmann ("Scardanelli") auf Spurensuche und bebilderte (teilweise mit nicht erkennbaren Schauspielern) Brinkmanns Aufnahmen, der sich hier als Misanthrop und Weltpessimist outet und schuf so ein faszinierendes Porträt. Tragisch: Brinkmann vergaß offenbar nach einem Auftritt in England, dass dort Linksverkehr herrscht und kam 1975 bei einem Verkehrsunfall ums Leben. Er wurde gerade einmal 35 Jahre alt. "Brinkmanns Zorn" wurde 2009 mit dem Adolf-Grimme-Preis ausgezeichnet.

Foto: Neue Visionen