Im französisch besetzten Deutschland herrscht zur Zeit Napoleons noch überall der Aberglaube. Daraus schlagen die Gebrüder Grimm ihr Kapital. Sobald es angeblich irgendwo spukt, treten sie gegen entsprechende Entlohnung als Geisterjäger auf. Nur dass sie den Spuk selbst inszeniert haben, ahnt niemand. Doch dann fallen sie einem General der französischen Besatzungsmacht in die Hände, der die Brüder zwingt, das mysteriöse Verschwinden mehrerer Mädchen aufzuklären. Schon bald wissen die Unerschrockenen, dass sie es tatsächlich mit Mächten des Bösen zu tun haben...

Sieben Jahre nach "Fear and Loathing in Las Vegas" und nach seiner leider gescheiterten "Don Quichote"-Verfilmung wollte Terry Gilliam wohl besonders viel. Dabei hat er offenbar vergessen, dass weniger manchmal mehr ist. Trotz toller Bilder, einiger atmosphärisch dichter Szenen und vieler verspielter Details aus der Märchenwelt der Brüder Grimm, ging es Gilliam zu sehr ums Spektakel. Dass die echten Brüder Grimm trockene Sprachwissenschaftler waren, wäre für einen Film wohl zu langweilig gewesen. Aber aus ihnen Action-Helden zu machen, geht auch eindeutig zu weit. So wechselt der Streifen zwischen gekonnten und überaus nervigen Szenen hin und her. Der Zuschauer weiß bald nicht mehr, wo ihm der Kopf steht und was Gilliam eigentlich wollte: derbe Farce, Schauermär oder schlicht einen Kinoerfolg?

Foto: Concorde