Linden, ein idyllisches Dorf in Oberbayern: Hier lebt der vierjährige Max mit seinen Eltern. Als eines Tages eine Sparlampe im Betrieb zerbricht, atmet der kleine Junge das gasförmige, hochgiftige Quecksilber der Lampe eine ganze Nacht lang ein. Das hat katastrophale Folgen, denn er verliert Haare, Wimpern und Augenbrauen, er leidet an Zitterschüben und Depressionen. Schauplatzwechsel, die "Electrical Waste Recycling Group" im englischen Huddersfield: Die Firma wurde im Juni 2010 zu einer Geldstrafe von 145000 Pfund verurteilt , weil in ihrer Anlage 20 Mitarbeiter, unter anderem eine Schwangere, über einen längeren Zeitraum durch die Ventilation mit Quecksilber verseucht wurden. Folge: Konzentrationsstörungen, Gedächtnisprobleme und Depressionen. Nur zwei Beispiele für die unabsehbaren Folgen einer Quecksilber-Vergiftung. Dumm nur, dass das chemische Element Quecksilber Bestandteil von Energiesparlampen ist, die zum 1. September 2012 die klassische Glühbirne in ganz Europa durch Verordnung der EU-Kommission ablösen ...

Filmemacher Christoph Mayr hat sich zehn Jahre filmisch mit dem Thema "Verbot der Glühlampe" auseinandergesetzt und lässt in seiner reichhaltigen, wenn auch ein wenig einseitigen Dokumentarfilm Revue passieren, wie es zu dem Verbot der herkömmlichen Glühlampen kam. So zeigt er, dass Wirtschaftsvertreter und Lobbyisten an den Parlamenten vorbei den Weg frei machten für die Energiesparlampe, obwohl dadurch die flächendeckende Quecksilberbelastung gefährliche Ausmaße annehmen kann. Denn oft landen die Lampen nicht beim Recycler, sondern werden achtlos in den Müll geworfen, so dass sich bei Glasbruch das geruchslose Gift frei verbreiten kann. Eine wichtige Dokumentation, die so manchem Endverbraucher die Augen öffnen dürfte.



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