Wie viele seiner Kollegen blieb A. I. "Buzz" Bezzerides - 1908 in Samsun am Schwarzen Meer geboren und 1910 mit seinen Eltern nach Kalifornien emigriert - ein unbekannter Held der amerikanischen Filmindustrie. Ab 1940 schrieb er unter anderem in Hollywood die Drehbücher für die beiden Klassiker des film noir "Gefahr in Frisco" (1949) von Jules Dassin und "Rattennest" (1955) von Robert Aldrich. Buzz fiel wegen seiner Freundschaft zu den angeblich kommunistenfreundlichen "Zehn von Hollywood" bei den Produzenten in Ungnade und kehrte schließlich der Filmmetropole den Rücken. Taraviras' Film ist eine Reise an die Orte, an denen Buzz lebte und arbeitete. Dabei konnte der Filmemacher Spiro Taraviras den seinerzeit weit über 90-jährigen Drehbuchautor mit auf diese Reise in die Vergangenheit nehmen. Über vier Jahre befragte ihn Taraviras für sein großartiges Porträt, das gleichzeitig offenbart, wie das Produktionssystem in Hollywood in den Vierziger-, Fünfziger- und Sechzigerjahren funktionierte.

Buzz' erstes literarisches Werk, der Roman "Long Haul", handelte denn auch von dem, was er bestens kannte: vom Lastwagenfahren und vom Leben auf der Landstraße. Hollywood biss an und engagierte den jungen Mann, der "The Long Haul" zum Drehbuch für Raoul Walshs klassischen Film noir "Nachts unterwegs" (1940) umschrieb. Es war der erste von drei Bogart-Buzz-Filmen ("Einsatz im Nordatlantik", "Zwischen Kairo und Damaskus"), auch die Bogart-Kollegen George Raft und Edward G. Robinson profitierten von Buzz' großer Begabung für den knappen und sarkastischen Dialog. Das Gangsterfilm-Trio engagierte ihn immer wieder, um die ihnen von anderen Autoren vorgesetzten Dialoge umzuschreiben. Einen ganz engen Freund fand Buzz in Robert Mitchum, für den er den Western "Spur in den Bergen" (1954) und das Action-Abenteuer "Hügel des Schreckens" (1959) schrieb. Auch mit Marilyn Monroe oder dem Autor William Faulkner verband ihn einiges. Dass er - obwohl eigentlich vollkommen unpolitisch - auf die "graue" Liste der Links-Sympathisanten geriet und berufliche Schwierigkeiten bekam, hatte er auch seiner Bekanntschaft mit Bogart oder Mitchum zu verdanken, die ausgesprochene McCarthy-Gegner waren. Am 1. Januar 2007 starb Buzz an den Folgen eines Sturzes. Taraviras intensives Porträt wurde u. a. auf dem Festival von Thessaloniki vom griechischen Kritikerverband als bester Film des Jahres preisgekrönt, erhielt eine lobende Erwähnung der FBW Wiesbaden und erhielt vom griechischen Kultusministerium eine Auszeichnung als bester Dokumentarfilm.